Am Paradies Vorbeigescrollt

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Warum wir abschalten müssen, um abschalten zu können.

�?Es könnt‘ alles so einfach sein, isses aber nicht“… singen Die Fantastischen Vier. Und Recht haben Sie. Es könnte so einfach sein: Urlaub buchen. Vorfreude und Fahrt genießen. Ankommen. Da-Sein. Genießen. Erholen. Zufrieden sein. Gestärkt nach Hause fahren.

Eine schöne Abfolge von schönen Erlebnissen, die genau die Sehnsucht erfüllen soll, die uns dazu animiert hat, diese Reise zu planen: Wir wollen Ruhe. Zu uns selbst finden. Romantisches Knistern spüren. Ein kleines Abenteuer erleben. Zeit für die Kinder haben. Mal was anderes sehen, denken und fühlen.

Vor allem aber möchten wir im �?Hier und Jetzt“ sein, da wir immer wieder lesen, dass das der Ort ist, an dem das Leben am wertvollsten sei.

Also gehen wir online, um ein Hotel oder eine Wohnung für unsere Tage im Paradies zu buchen – und zählen die Tage bis zu unserer Ankunft dort: Nur noch drei Mal, nur noch zwei Mal, nur noch ein Mal schlafen – und dann bringt unser Navi uns sicher in den Garten Eden, wo wir alles hinter uns lassen und in eine neue Welt eintauchen.

So �?isses aber nicht“. Oder zumindest immer seltener. Denn die schöne Abfolge schöner Erlebnisse durchlöchern wir im Minutentakt: Kaum setzen wir uns zum Begrüßungsaperitif auf die Terrasse, sind wir auch schon wieder weg: Sind auf Instagram statt im Augenblick. Jeden Pistenkilometer lassen wir tracken. Jede Bergfahrt müssen wir posten. Das Dinner widmen wir dem Foodporn statt dem Flirten. Abends liegen wir zwar zusammen, aber getrennt von unseren Devices im Hotelzimmer. Im Fernsehen laufen dieselben Sendungen wie Zuhause, während wir unsere Fotos in unseren Urlaubsblog laden. Und morgens? Wachen wir auf und checken die gleichen E-Mails und Nachrichten wie daheim – anstatt uns vom Panorama beeindrucken zu lassen…

Und plötzlich beginnt die Stimmung zu kippen. Nach zwei, drei Tagen sinkt die Anzahl der Likes auf Facebook-Postings. Trotz des Urlaubs, wir fühlen uns gestresst, ständig verfolgt und unter Druck – und fragen uns, was nicht stimmt. Warum wir hier schon wieder nicht �?runterkommen“ und zueinander finden. Warum wir das Gefühl haben, wieder nicht abschalten zu können.

Doch dieses Gefühl ist KEIN Gefühl! Wir sind tatsächlich am Paradies vorbeigescrollt. Sind zwar da, aber gefangen auf unseren digitalen Trampelpfaden. Haben Urlaub, aber keine Pause von unserem unbezahlten Zweitjob als Medienkonsument. Es ist unglaublich, doch es ist wahr: Rund 37 Stunden unserer kostbaren Freizeit verschenken wir Durchschnittseuropäer jede Woche an Fernsehen, Social Media, Online-Shopping & Co. – und wundern uns dabei, warum unsere eigenen Akkus immer schwächer werden.

Doch: Um abschalten zu können, müssen wir wieder abschalten lernen. Und uns eine Auszeit vom digitalen Dauerkonsum gönnen. Und das kann nicht nur einfacher sein als gedacht, sondern unsere Kreativität und Lebensfreude auf ein ganz neues Level bringen. Mit dem Buch �?SWITCH OFF und hol Dir Dein Leben zurück“, dem 14-Tage-Programm – und mit diesen SWITCH OFF!-Digital-Detox-Tipps:

DIGITAL_DETOX FÜR IHRE GÄSTE

SWITCH OFF!-Digital-Detox-Tipps für Ihre Gäste,
damit sie �?genießen statt googeln, bewundern statt posten und lieben statt liken“:

Nehmen Sie sich ernst!
Sie wollen abschalten und wirklich runterkommen? Dann nehmen Sie sich, dieses Bedürfnis und die Umsetzung ernst – und halten Sie Ihr Versprechen an sich!
Erleben Sie das Abschalten als den Karriereschub, der es tatsächlich ist.
Sie haben Angst um Ihre Karriere, wenn Sie ein paar Tage lang nicht erreichbar sind? Überlegen Sie: Wenn Sie nicht mehr abschalten können, können Sie bald auch nicht mehr auftanken – und tappen mitten in die digitale Stressfalle. Abzuschalten heißt also nicht Karrierebruch, sondern Karriereschub! Die neuen Perspektiven und vollen inneren Akkus werden Sie nach dem Urlaub mit mehr PS in die für Sie richtige Richtung steuern.

Außerdem: Alles, was wichtig ist, wird auf Sie warten. Alles, was flüchtig ist, wird schon wieder Schnee von gestern sein, wenn Sie zurück sind. Entspannen Sie!
Ersetzen Sie Smartphone und Tablet im Urlaub:
Nehmen Sie Ihr Smartphone ruhig mit in den Urlaub, aber legen Sie es im Flugmodus in den Zimmersafe oder in das �?geheime Fach“ Ihrer Reisetasche. Behandeln Sie es wie Notfall-Tropfen: nur im Akutfall anwenden.
Fühlt sich allerdings ohne Handy alles wie eine Notsituation an, dann �?entschärfen Sie die Waffe“: Löschen Sie vor dem Urlaub alle Social Apps. (Auch Netflix und YouTube® ;)). Sie können im App-Store dann ganz einfach wieder hinzugefügt werden. Nur WhatsApp zickt hier etwas, daher rate ich für WhatsApp: Benachrichtigungen deaktivieren und alle Signale und Töne ausschalten. Einfacher ist es jedoch, das Handy einfach in den Flugmodus zu schicken und im Safe oder in der Tasche für absolute Ausnahmesituationen zu verwahren, denn:
Sie brauchen das Smartphone nicht.
Sie möchten pünktlich geweckt werden? Bitten Sie die Rezeption um einen Anruf. Sie möchten lesen? Nehmen Sie ein Buch. Sie möchten sich über die Welt informieren? Nehmen Sie eine Zeitung. Sie möchten eine tolle Bar finden? Fragen Sie eine Einheimische. Und wenn sie Ihnen sympathisch ist, laden Sie sie ein – und Sie haben Land und Leute wirklich kennengelernt.
Ok, schön und gut, denken Sie… aber womit sollen Sie dann Ihre Postings erstellen? Gar nicht! Ist auch besser so, denn auf diese Weise weiß keiner, dass Sie nicht zu Hause sind und Ihre Wohnung zum Ausrauben frei steht. Nein, im Ernst: Machen Sie Fotos mit einer richtigen Kamera (oder mit einem Smartphone im Flugmodus) – und überlegen Sie erst zurück zu Hause, welche Fotos Sie wirklich teilen wollen.
Ihre Partnerin oder Ihr Partner ist ständig online oder beim Fernsehen?
Vereinbaren Sie fixe Zeiten, die nur Ihnen gehören. Das Handy kann zum Beispiel bei einem Ausflug, beim Abendessen und bei der gemeinsamen Cocktailstunde danach brav im Zimmer warten. Genießen Sie die ohnehin nur sehr kurze Zeit, ganz frei nach dem Motto: Champagner statt chatten oder flirten statt fernsehen!
Nutzen Sie die (medien)freie Zeit:
Sport, Ausflüge, Relaxen, mal einfach in der Sonne liegen, ein Buch lesen, reden, etwas Tolles essen und trinken, den Körper verwöhnen, Ideen kommen lassen und Pläne schmieden, sich mit der Natur verbinden, die Elemente der Natur bewusst wahrnehmen, meditieren, kuscheln … all das wartet darauf, dass Sie Ihre Geräte ausschalten und DA sind, um es zu erleben.
Nehmen Sie sich ernst.
Ja, diesen Tipp gebe ich zweimal. Denn das A & O zum wirklichen Abschalten und Auftanken ist Ihre eigene Konsequenz. Das Smartphone ist der Apfel in Ihrem Urlaubsparadies – und Sie alleine entscheiden, ob Sie �?zubeißen“ oder nicht. Nehmen Sie sich und Ihre Sehnsucht runterzukommen und Kraft zu schöpfen ernst. Und es wird Ihnen gelingen.
Viel Spaß beim �?Genießen statt googeln, bewundern satt posten und lieben statt liken“ wünscht Monika Schmiderer!